Dies und Das

07/09/2014 Kreis erstellt von Alexander Bitting
Viele Menschen schmücken sich gerne mit Pelz an ihrer Kleidung. Doch selbst wenn dieser als künstlich ausgewiesen wird, steckt sehr oft ein totes Tier dahinter. „Wenn auf dem Etikett ‚Besteht aus 100 Prozent Marderhund, Käfighaltung, Todesursache Analstromstoß‘ stehen würde, würden wohl so einige Menschen auf den Kauf von Pelzen verzichten“, sagt Regina Kaute vom Tierschutzverein Coesfeld, Dülmen und Umgebung e.V. (nachfolgend mit TSV abgekürzt).
Pelz ist immer ein heikles Thema. Über die Herstellung sollte man sich gut informieren. Foto: prHundkilledinChina
Kreis. Jährlich mehr als 107 Millionen mal elendiges Leben und noch schlimmeres Sterben. Alleine für einen ein Meter langen Pelz-Mantel werden laut TSV z.B. 80 Eichhörnchen, 38 Kaninchen oder 64 Chinchillas getötet. Tiere aus Pelzfarmen verbringen ihre Zeit in winzigen Käfigen ohne festen Boden. Dort müssen sie ihr ganzes „Leben“ über ihren eigenen Exkrementen vegetieren.
Auch für Kapuzenverzierungen, Schmuckstücke, Weihnachtsschmuck, Stiefelbesatz, Eierwärmer, Bommeln an Mützen, Handschuhbesatz, Taschenverzierungen, Spielsachen (für Kinder und auch Tiere) oder Accessoires werden Pelze benötigt. „Wie abartig ist es, einen Eierwärmer aus echtem Nerzfell auf den Frühstückstisch zu stellen? Oder Ohrringe aus Kaninchenfell zu tragen? Oder Katzenspielzeug aus Katzenfell zum Spielen mit der Katze zu benutzen?“, fragt sich Regina Kaute. Viele Felle werden als Kunstfell importiert und durch die fehlende Deklarationspflicht besteht das Kunstfell in vielen Fällen sogar aus Hunde- oder Katzenfellen.
„In unzähligen – wenn nicht sogar in den meisten Fällen sind die Tiere noch nicht mal tot, wenn mit der Häutung begonnen wird“, so Regina Kaute.Es gebe genügend andere Materialien, die nicht auf Tierleid basieren, sondern natürlich gewonnen oder synthetisch hergestellt werden. Auch Kunstpelz fördere nur die grausamen Haltungs-, Züchtungs- und Tötungsbedingungen der Pelztiere. „Wenn die Träger von Pelz sich nicht von den unsäglichen Qualen der Tiere schocken lassen, dann vielleicht dadurch, dass sie selbst reinste Giftcocktails in Form von modischer Bekleidung und sonstigen Accessoires tragen“, weist Regina Kaute auf die Bearbeitung der Pelze mit aggressiven Chemikalien hin.
Um Verbraucher zu täuschen, wurden Fantasienamen als Deklarierung benutzt, so z.B.: „Blacktail“ (Eichhörnchen), „Cypernkatze“ (Hauskatze), „Feh“ (Eichhörnchen), „Sobaki“ (Haushund), „Chinchillette“ (Hauskaninchen), „Gaewolf“ (Haushund), „Genotte“ (Hauskatze), „Lyrenkatze“ (Hauskatze) oder „Teleutka“ (Eichhörnchen).
Der TSV will erreichen, dass es für Jeden bis ins kleinste Detail nachvollziehbar wird, woher das Tier stammt, wie es lebte und wie es starb. „Die einzige Möglichkeit, das unvorstellbar grausame Geschäft mit Pelz einzudämmen und wünschenswerterweise ganz einzustellen, wäre, dass jeder auf Pelz (egal, welcher Herkunft, ob echt oder künstlich) verzichtet“, so das klare Statement von Regina Kaute, die betont: „Wer Pelz trägt, trägt den Tod!“
Informationen, wie man einen echten Pelz erkennt, gibt es unter: www.kunstpelz-ist-echt.de